Frankenberger Obdachlosenheim – unter der Lupe!

„Obdachlose sind wie Asylbewerber: Einige wollen sie, andere nicht. Als Arbeiter im Obdachlosenheim braucht man eine soziale Ader“
Hr. Werner, aktueller Heimleiter des Frankenberger Obdachlosenheims

Im Rahmen unseres Projektes besuchten wir am Morgen des 20. Oktobers 2015 das Obdachlosenheim Frankenbergs um uns über die örtliche Lösung des Problems zu informieren. Dort trafen wir uns mit Herrn Werner, der uns bereitwillig über den Alltag im Heim und die Situation der Obdachlosen berichtete.
Nach unserer Ankunft in der unscheinbaren Einrichtung im Zentrum Frankenbergs wurden wir freundlich durch den Heimleiter Herrn Werner begrüßt. Eine Überraschung stellte das Gästezimmer dar, welches komfortable eingerichtet war und neben einem Fernseher und einer Einbauküche auch eine Waschmaschine beinhaltete. Gemeinsam mit dem Heimleiter sprachen wir über die Problematik der Obdachlosigkeit in unserer Umgebung. Er teilte uns mit, dass das Heim vor allem Einzelpersonen  im Alter von 18 bis 64 Jahren aufnimmt. Familien würden in angemieteten Wohnungen untergebracht. Die typische Aufnahme eines neuen Bewohners beschrieb er wie folgt: Oft würde eine Zwangsräumung der Wohnung des Betroffenen dazu führen, dass er/sie keine Wohnung mehr hat. In diesem Falle wird die Heimleitung informiert um dem kurzzeitig Obdachlosen eine Unterkunft anzubieten. Somit muss niemand auf der Straße übernachten. Herr Werner führte uns herum und zeigte uns die Zimmer der Bewohner. Jedem Obdachlosen steht ein Einzelzimmer mit Bett, Tisch, Waschbecken, Einbauküche und Schränken zur Verfügung. Nur im Notfall müsse man die Zimmer doppelt belegen. Insgesamt macht die Einrichtung einen sehr gepflegten Eindruck. Während unseres Gespräches teilte uns der Heimleiter mit, dass er auf Sauberkeit und Hygiene großen Wert legt. In anderen Unterkünften hätten es die Obdachlosen nicht so gut. Normalerweise werden dort nur Stockbetten über Nacht vergeben – eine eigene dauerhafte Unterkunft wie in Frankenberg sei also nicht selbstverständlich. Einige Regeln ermöglichen einen geregelten Alltag. So ist der Konsum hochprozentigen Alkohols in der Unterkunft untersagt. Generell sieht Herr Werner eine gute Beziehung zwischen den Helfern und den Obdachlosen. Laut Werner seien sie eine Familie. Die allgemein verbreitete Befürchtung, die Asylbewerberproblematik könne andere örtliche Schwierigkeiten in den Hintergrund rücken lassen, konnte er klar abwenden. Egal was passiert, das Frankenberger Obdachlosenheim hilft weiterhin allen Obdachlosen und stellt ihnen eine menschenwürdige Unterkunft zur Verfügung.